Wahrscheinlich das wichtigste an meinem kleinen Unternehmen

Deutschland produzierte alleine in 2005 etwa 1,1 Millionen Tonnen Elektronikschrott, was, um beim Thema Vollautomaten zu bleiben, ca. 110 Millionen (110.000.000) Geräten entspricht.

Die Ressourcen werden immer knapper, die Rückgewinnung von Materialien immer teurer und energieintensiver. Das heisst, wenn ich den gleichen Vollautomaten, der vor 20 Jahren produziert wurde heute erneut fertige, wird er teurer.

Das ist die Theorie
In der Praxis stelle ich fest, dass die Automaten nur noch einen Bruchteil dessen kosten wie vor 20 Jahren. Sicherlich ist die Nachfrage höher, und durch die Produktion großer Mengen wird die Fertigung günstiger. Aber können diese Faktoren den Preis rechtfertigen oder bedient man sich minderer Qualität und baut Sollbruchstellen ein, damit die Geräte eine wesentlich geringere Standzeit haben?

Sollten wir nicht schonend mit dem umgehen, was wir haben und das alte Prinzip „Aus 2 mach 1“ wieder aufgreifen?

Beispiel aus meinem eigenen Leben: Ich habe im Büro eine Maschine, die ca. 20 Jahre auf dem Buckel hat. Die Technik ist überschaubar, da ich allerdings nur Kaffee in seiner Reinform trinke, brauche ich keine umständlichen Aufschäumer und programmierbare Tasten, die mir Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck zubereiten.

Sie macht einfach einen tollen Kaffee und ist in den Unterhaltungskosten sehr niedrig.

In meiner Küche dagegen steht ein Vollautomat des gleichen Herstellers, der erstaunlicherweise auch fast die gleiche Brühtechnik verwendet, wie der Automat von vor 20 Jahren. Klar sieht das Gerät besser aus und bietet viel mehr Komfort. Aber nutze ich diesen auch? Cappu und Latte auf Knopfdruck, das muss heute sein. Aber rechnet sich der technische Aufwand tatsächlich? Viele anfällige Bauteile (ich will sie hier nicht als Sollbruchstellen bezeichnen) führe dazu, dass das Gerät mit seinen unter 1000 Bezügen schon einmal im Werksservice war und ich, nach dem natürlich gebrauchten Kauf, als erstes das elektrische Dampfventil reparieren musste. Ich war froh, dass ich es instand setzen konnte, da für ein neues über 100 € fällig gewesen wären.

Also war nach erfolgter Instandsetzung wieder der Einsatz gewährleistet.
Nach weiteren 200 Bezügen zerlegte sich dann selbstständig das Mahlwerk und blockierte. Mit dem blockierenden Mahlwerk (ca. 100 €) verabschiedete sich gleich die gesamte „Sanftanlauftechnik“, die wiederum mit ca. 25 € zu Buche schlägt. Ich bin froh, dass ich selbst reparieren kann, ansonsten hätte mich der erste Eingriff etwa 170 € und der zweite etwa 160 € gekostet.

Bis dahin hatte ich 5 Cappuccino bezogen und etwa 250 Tassen Kaffee, das heißt, 330 € für etwa 250 Getränke. Sicher nicht der Regelfall, aber es trifft einen schon hart, wenn man nach einer solch niedrigen Anzahl von Bezügen so kostenintensive Ausfälle hat. Ich habe das Mahlwerk gegen die vorherige Version getauscht und den komfortablen „Sanftanlauf“ einfach weggelassen. Jetzt klappt es!

Den Vorgänger dieses Gerätes der gleichen Marke habe ich mit 113.000 Bezügen ausgemustert, da sie nicht mehr schön anzusehen war und man ja schliesslich auch was für das Auge haben möchte, wenn ein Kunde nach der eigenen Maschine fragt. Der Kaffee aus der alten Maschine stand dem der neuen übrigens nichts nach. Gleiche Technik!

Back to Basics

Stellen Sie kritisch in Frage, was sie brauchen, ob das Design und die ganzen hochgelobten Funktionen wirklich nötig sind und ob es eine Schande ist, ein gebrauchtes, eingearbeitetes und überholtes Gerät zu kaufen. Muss ich Aufschäumdüsen haben, die komplexe Reinigungen verlangen und nicht immer ein besseres Ergebnis liefern wie der 3 € Aufschäumer aus dem Sonderpostenladen. Auch der hebt nur Luft unter die Milch.

Warum schmeckt Ihnen der Cappuccino im Café um die Ecke so gut, obwohl der vermeintlich investitionsscheue Mann an der prähistorischen Maschine die Milch mit einer Dampflanze aufschäumt und den Kaffee mit einer Siebträger zubereitet, der viel Dreck macht? Weil der Vollautomat nur ein Kompromiss ist!

Entscheiden Sie, ob Sie Ihre Sichtweise ändern!
Wir lassen uns verleiten, immer auf dem neusten technischen Stand zu sein und alles alte in Frage zu stellen. Das ist nicht gut, regt zwar den Konsum an, bringt uns aber nicht weiter.

In Kaufhäusern werden Maschinen für 200 € angeboten – Kaufen?! Die Geräte sind Schrott und wurden billigst produziert. Kaum eines von ihnen überlebt bei täglichem Gebrauch die Garantiezeit.

Immer kleinere Bauformen bedeuten immer mehr Dreck im Gerät, Wassertanks, die keinen Liter Wasser mehr fassen und Tresterbehälter, die ich nach 4-6 Kaffeebezügen leeren muss. Das ist kein Komfort, das ist Stress.

Besinnen Sie sich auf das, was Sie wirklich brauchen.
Muss mich meine Maschine morgens mit einem von mir eingegebenen Text begrüssen, bin ich sozial schon so verarmt? Nach dem netten Gruß der Kaffeemaschine den Laptop starten um zu sehen, was meine Freunde machen – eigentlich lachhaft.

Ich freue mich lieber über den guten Kaffee aus einer alten Maschine.
Meist schmeckt der Kaffee aus einer neuen Maschine besser als aus einer alten. Das liegt allerdings oftmals nicht an dem neuen System, welches immer tollere Namen bekommt, aber genau so arbeitet wie das alte, nein, ich habe in 99 % der Fälle meine Maschine vernachlässigt.

Rufen wir uns in Gedanken, dass wir Nahrungsmittel zubereiten.
Das Mahlwerk sitzt voller Kaffeefett und -öl, dass ich schon die Stärke höher stellen muss, um noch die gleiche Intensität zu bekommen, da sich der Mahlwerksauswurf zugesetzt hat und die meisten Maschinen die Stärke über die Laufzeit des Mahlwerks regeln. Die Silikonschläuche im Gerät sitzen mit den gleichen Rückständen voll, die Mahlsteine sind nie getauscht worden und verrichten nur noch lieblos ihren Dienst ebenso wie das Brühsieb, dessen Bohrungen sich im Laufe der Zeit ausgewaschen haben und der Erhitzer, den ich entgegen dem Empfehlungen mit Zitronensäure oder anderem billigen Mitteln entkalkt habe sitzt bis oben hin mit Kalk zu, so dass die Brühtemperatur zu niedrig ist. Die Reinigung führe ich auch nur dann mit den empfohlenen Tabletten durch, wenn sie gerade zur Hand sind. Ich lese immer wieder in Foren von verschimmelten Brüheinheiten, bitterem Kaffee und so weiter. Schuld ist aber nicht die Maschine, sondern die von mir nicht eingehaltenen Wartungsanweisungen, die in der Bedienungsanleitung beschrieben sind, die ich nur „überflogen“ habe. Wenn ich meine Maschine bei 30 Grad Aussentemperatur mit feuchtem Trester 4 Tage stehen lasse bildet sich da selbstverständlich Schimmel, aber daran kann der Hersteller nichts ändern.

An die eigene Nase fassen!
Da wird gewettert auf die Hersteller, die aber ganz klar in der Anleitung beschreiben, wie zu verfahren ist. Wenn ich eine Packung Frischkäse offen in der Sonne stehen lasse, ist dieser am nächsten Tag auch schimmelig und sauer. Dazu kommt mein industriegerösteter Kaffee, den ich billig im Sonderangebot gekauft habe und schon ist die Freude am Kaffee weg und es bleibt nur der Vorteil der komfortablen Bedienung.

All die Faktoren spielen ebenso eine Rolle wie der Härtegrad meines Wassers. Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, meine Kunden intensiv zu beraten und möglichst den Bedarf vor Ort zu klären, wenn das entfernungsmäßig vereinbar ist.

Zu Hause habe ich ein anderes Empfinden und Kaufverhalten als im Geschäft.
Ich besuche gerne meine Kunden und bringe Geräte verschiedenen Typs und Herstellers mit, um die für den Kunden optimale Maschine zu finden und ihm auf lange Sicht Freude zu bereiten.

Dabei herrscht kein Kaufzwang und ich lasse die Maschine Ihrer Wahl auch gerne einige Tage dort, bevor eine Kaufentscheidung ansteht. Intensive Beratung zur Pflege und Einsatz, sowie der Kaffeeauswahl sind selbstverständlich.

Immer wieder taucht die Frage nach Festpreisreparaturen auf.

Von mir dazu ein klares: MACHE ICH NICHT!

Wenn ich eine Wartung zum Festpreis von 130 € anbiete und Erhitzer und Brüheinheit getauscht werden müssen habe ich alleine für die beiden Posten etwa 170 € Materialeinsatz. Wie gut fällt dann der Rest der Wartung aus, wenn ich schon über 40 € am Material drauflegen muss? Das sollen ruhig die anderen machen. Und bei solchen Aktionen mit dem Argument der Mischkalkulation zu kommen halte ich dem Kunden gegenüber für unfair.

Kunde A kommt mit einer regelmäßig gewarteten Maschine, Serviceaufwand 60 €, zahlt 130 €, damit ich die andere Wartung beim Kunden B subventionieren kann??? Klares NEIN!

Ich biete Ihnen einen fairen Ankaufpreis, wenn sich die Reparatur Ihrer Maschine nicht lohnt oder Ihr Budget sprengt. Gerne nehme ich Gebraucht für Gebraucht in Zahlung.

Ich vereinbare mit meinen Kunden per Handschlag erweiterte Optionen zur gesetzlichen Gewährleistung, schließlich verkaufe ich zum einen gebrauchte Geräte, an denen bekanntlich immer etwas kaputt gehen kann und zum anderen bin ich trotz meiner gesammelten Erfahrungen weder unfehlbar noch allwissend. Ich arbeite hauptsächlich mit kleineren Lieferanten, um den Mittelstand zu unterstützen. Zum Beispiel beziehe ich meine Mahlsteine von einem Kleinunternehmer, der sie nach seinen Vorgaben fertigen lässt. Sie sind zwar etwas teurer, dafür ist die Standzeit höher und das Material von erster Güte. Ich verwende keine Billigdichtungen, die Angüsse aufweisen, sondern qualitativ hochwertiges Material. Ich repariere noch und tausche nicht alles nur aus.

Laut Gesetzgeber darf eine Rechnung 15 % über dem Kostenvoranschlag liegen, ohne den Kunden über die entstandenen Mehrkosten zu informieren. Bei einigen Firmen gehört das sogar zum Alltag, weil es durch den gesetzlich geschützten Betrug möglich gemacht wird, den Umsatz ohne Mehreinsatz um den genannten Prozentsatz zu steigern. Das passiert bei mir nicht, ich informieren immer über Mehrkosten und lasse oft erstaunte Kunden zurück, weil der Rechnungsendbetrag geringer ist als der Kostenvoranschlag.

Auch das ist nicht die Regel, aber sicher für den ein oder anderen Kunden auch mal ein schönes Erlebnis. Ich sollte anmerken, dass ich ein Kleinunternehmen bin, ich muss nicht von den Erträgen dieses Geschäftes leben und rechne den Gewinn aus diesem „Hobby“ auch nicht in den Haushalt ein.

Ich liebe und lebe Kaffeemaschinen und habe Freude daran, Sie zielführend zu beraten, auch wenn Sie nicht bei mir kaufen. So egal wie Gewinne und Umsatz für mich sind, so wichtig sind Kontakte zu netten Menschen und der Beitrag einem Nichtfachmann eine Entscheidung zu erleichtern.

Und denken Sie daran: Sie unterstützen mit einem Gebrauchtgerät nicht nur Ihren Geldbeutel sondern auch unsere Umwelt.

Ich bin nicht markengebunden, mein Schwerpunkt liegt dennoch auf Geräten von Jura.

An dieser Stelle noch folgende Bitte
Setzen Sie sich nur mit mir in Verbindung, wenn Sie aus der Region kommen, ich verschicke keine Maschinen und erhalte mir gerne den persönlichen Kontakt zu meinen Kunden.

Ich bin kein Partner für das Versandgeschäft, wobei ich da bei Ersatzteilen kein Problem sehe, so aber bei vollständigen Geräten.

Im Reparaturfall stelle ich Ihnen selbstverständlich kostenlos eine meiner Ersatzmaschinen zur Verfügung. Für Feierlichkeiten stehen Gastronomiegeräte gegen kleines Entgelt zur Verfügung.

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